Therapie nach Schädelhirntrauma

Unter einem Schädel-Hirn-Trauma (SHT) versteht man Verletzungen des Schädels mit Beteiligung des Gehirns. In der Schweiz erleiden pro Jahr zwischen 3‘000 und 5‘000 Personen eine Schädel-Hirn-Verletzung. Bei über 700 Fällen davon handelt es sich um ein schweres SHT. Die Frührehabilitation bei mittelschweren und schweren Schädel-Hirn-Verletzungen startet bereits auf der Intensivstation für Unfallchirurgie. Der Übertritt auf die Bettenstation oder in die Rehabilitation erfolgt so rasch als möglich, unter Berücksichtigung der Stabilisierung von mehreren medizinischen Parametern.

Symptome

Die Symptome können sehr unterschiedlich sein, je nach Schwere der Verletzung. Mögliche Symptome eines SHT:

  • Bewusstseinsstörung, eventuell mit zunehmender Eintrübung
  • Kopfschmerzen
  • Schwindel und Gleichgewichtsstörungen
  • Pupillendifferenz (unterschiedlich große Pupillen)
  • Krämpfe oder sonstige neurologische Ausfallerscheinungen
  • Übelkeit und Erbrechen
  • Bewusstlosigkeit
  • Wortfindungsstörungen
  • Erinnerungslücken (Amnesie)

Ursachen

Menschen erleiden SHT Verletzungen bei Unfällen, häufig bei Verkehrsunfällen, Arbeitsunfällen, Haushalts- und Sportunfällen.

Diagnostik

Das SHT kann einen lebensbedrohlichen Zustand darstellen. Daher muss umgehend und eingehend untersucht werden. Je nach Schweregrad und Art der Verletzung kommen verschiedene Untersuchungsmethoden zum Einsatz.

Therapie

Hirnverletzungen gehen in der Regel mit neurologischen Problemen einher. Diese sind abhängig von der Grösse und Lage der Verletzungen. Bei mittelschweren und schweren Verletzungen ist eine umgehende intensivmedizinische Behandlung wichtig. Der Patient wird dabei überwacht und meist sediert oder sogar in ein künstliches Koma versetzt. In dieser Phase fokussieren sich die therapeutischen Kernkompetenzen auf die Atemtherapie, das richtige Lagern und auf das Verhindern von Gelenkseinschränkungen bei fehlender Eigenaktivität.

Ab der Aufwachphase wird der Patient in allen sensomotorischen Bereichen unterstützt. Es ist wichtig, mögliche Auffälligkeiten in der Haltung, in der Bewegung und den Bewegungsabläufen der Patienten zu erkennen. Zusätzlich werden das Handlungsverständnis, die Konzentrationsfähigkeit, die Sprache und das Schlucken sorgfältig kontrolliert. Mit gezielten neurologischen Übungen und Aktivitäten wird der Patient zunehmend aktiv gefördert. In diesen Momenten erhalten die Nervenzellen im Hirn wichtige Impulse, um eine motorische, psychische oder geistige Funktion auszuführen. Dabei können gesunde Hirnareale lernen, Funktionen von geschädigten Regionen zu übernehmen. Durch repetitives Training soll der Patient Schritt für Schritt wieder Verbesserungen in diesen Funktionen erlangen und seine Handlungen flüssiger und selbstverständlicher abrufen und durchführen können.

Das Wiedererlangen seiner grösstmöglichen Selbstständigkeit in Alltag und Beruf ist das oberste Ziel aller therapeutischen Massnahmen.

Weitere Informationen

UniversitätsSpital Zürich, Physiotherapie Ergotherapie
Tel. +41 44 255 26 87


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