Therapie bei Gesichtslähmung

Eine Fazialisparese ist eine meist einseitige Gesichtslähmung durch eine Funktionsstörung des VII. Hirnnervs (Nervus Fazialis). Betroffen sind die Gesichtsmuskulatur, die Tränen- und Speicheldrüsen, der Geschmackssinn und das Gehör.

Bei etwa 80% der Patienten kommt es im Verlauf von ca. 3 Monaten zu einer Erholung der Nervenfunktion. Bei vollständiger Gesichtslähmung dauert die Erholung länger (Monate bis Jahre). Dabei können Schwächen oder veränderte Bewegungsmuster in der Gesichtsmuskulatur bestehen bleiben.

Symptome

Die einseitige Lähmung der mimischen Gesichtsmuskulatur zeigt sich meist durch einen hängenden Mundwinkel, ein geweitetes Auge, eine tiefstehende Augenbraue und einen unvollständigen Lidschluss. Die Tränen- und Speichelproduktion, sowie der Geschmacksinn der Zunge können auch verändert sein.

Ursachen

Die Ursachen für eine Gesichtslähmung können sehr unterschiedlich sein. In etwa 75% der Fälle bleibt die Ursache unbekannt. Nur in etwa 25% der Fälle liegt der Fazialisparese eine bekannte Ursache zu Grunde. Hierzu zählen Infektionen, Verletzungen, Operationen, Tumore, Autoimmunkrankheiten und angeborene Fehlbildungen. Das Ausmass und die Dauer der Schädigung bestimmen den Grad der Schwäche der mimischen Muskulatur.

Diagnostik

Bei einer plötzlichen Gesichtslähmung ist eine ärztliche Abklärung der Ursache, zum Ausschluss von Tumoren, Verletzungen, Infektionen und oder anderen Krankheiten wichtig. Die idiopathische Fazialisparese (ohne erkennbaren Auslöser) ist eine Ausschlussdiagnose. Auf diesem Gebiet spezialisierte Ärzte sind Neurologen und Ohren-Nasen-Hals (ORL) Ärzte. Zur Überweisung in eine ambulante Therapie braucht es eine ärztliche Verordnung.

Therapie

Ambulante Therapien bei Gesichtslähmungen bieten die Physiotherapie, Ergotherapie oder Logopädie an. Es gibt Therapeuten, die spezialisierte Weiterbildungskurse für die Behandlung des Gesichtes absolviert haben. In der Therapie wird nach einem Gespräch Gesicht und Kopf/Nacken untersucht, um das weitere Vorgehen zu planen und realistische Therapieziele zu setzen. Nach einer umfassenden Information über das Krankheitsbild werden spezifische therapeutische Massnahmen durchgeführt. Beispiele sind:

  • Augenschutz: Bei fehlendem Lidschluss muss das betroffene Auge vor dem Austrocknen geschützt werden. Verwenden von Schutzbrille, Augentropfen und -salbe
  • Förderung der Wahrnehmung des Gesichts
  • Weichteilbehandlungen und Bewegungsübungen auf beiden Gesichtsseiten zur Verbesserung der Gesichtssymmetrie
  • Entspannungs- und Haltungsübungen für Gesicht, Kiefer und Nackenbereich
  • Wiedererlernen von Alltagsfunktionen wie Laute bilden, Aussprache, Mimik, Essen, Trinken

Sobald auf der gelähmten Seite wieder Muskelaktivität sichtbar wird, gilt es, sogenannte Synkinesien zu vermeiden. Synkinesien sind unwillkürliche Mitbewegungen von Muskeln, die an der beabsichtigten Bewegung nicht beteiligt sind. In der Therapie wird gezeigt, wie die mimische Muskulatur symmetrisch und selektiv aktiviert wird.

Weitere Informationen

UniversitätsSpital Zürich, Therapie Kliniken Nord
fazialisparese-peu@usz.ch

Lageplan 


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