Lymphologische Therapie

Als lymphologische Therapie bezeichnet man manuelle Techniken zur Behandlung von Ödemen. Ödeme sind Schwellungen des Gewebes aufgrund von Flüssigkeits- und Lympheinlagerungen, meist an Armen oder Beinen. Durch die lymphologische Behandlung (Lymphdrainage, Kompressions- und Bewegungstherapie) der betroffenen Körperregionen werden die aufgestauten Flüssigkeiten abtransportiert, die Schwellungen gehen zurück.

Symptome

Prinzipiell können Ödeme in allen Körperteilen auftreten. Am häufigsten betroffen sind Arme und Beine, aber auch Gesicht oder Bauch. Durch die Einlagerung von Flüssigkeit im Gewebe schwellen die betroffenen Regionen an. In Extremfällen können sich die Gliedmassen dabei um das Doppelte vergrössern. Die betroffenen Körperteile werden schwer, schmerzen und schränken die Bewegungsfreiheit ein. Betroffene sehen zuerst nur die Schwellung und spüren die Spannung der Haut. Im fortgeschrittenen Stadium vermehrt und verhärtet sich das Bindegewebe.

Ursachen

Die Ursachen sind vielfältig. In jedem Fall kann das Lymphsystem die anfallende Lymphflüssigkeit nicht oder nicht schnell genug abtransportieren: Entweder weil es zeitweise überlastet ist (z. B. nach einer Sportverletzung); oder weil das Lymphsystem in seiner Funktion beeinträchtigt ist (z. B. nach einer Krebsoperation mit Entfernung von Lymphknoten). In beiden Fällen spricht man von einem sekundären Lymphödem. Von einem primären Lymphödem spricht man, wenn die Ursache nicht bekannt ist und/oder eine Fehlbildung des Lymphsystems selber vorliegt.

Diagnostik

  • Tastbefund der betroffenen Körperregionen durch medizinische Fachpersonen. Als eindeutiges Zeichen für ein Lymphödem gilt, wenn sich die Hautfalte über den Fingern oder Zehen nicht oder nur schwer abheben lässt
  • Mit einer Ultraschalluntersuchung können die Veränderungen des Haut- und Unterhautgewebes genau beurteilt werden

Therapie

Mit einer lymphologischen Therapie können Ödeme meist mit gutem Erfolg behandelt werden. Eine umfassende Therapie besteht aus Kompressionen mit Bandagen, manueller Lymphdrainage und Bewegungstherapie.
Das Ziel der lymphologischen Therapie ist in erster Linie eine Reduktion der Ödeme, damit verbunden eine bessere Beweglichkeit, weniger Schmerzen, eine verbesserte Funktion des betroffenen Körperteils und eine Steigerung der Lebensqualität.

Bei Lymphödemen, die nach Verletzungen oder Operationen auftreten, erholt sich ein intaktes Lymphsystem wieder und die Therapie kann schnell abgeschlossen werden.
Ist der Lymphabfluss jedoch durch eine Erkrankung oder Operation dauerhaft geschädigt, wird die Therapie in zwei Phasen durchgeführt:

  • Zweiwöchige Intensivphase mit manueller Lymphdrainage, Dauerkompression durch Bandagen und Lösen von Verhärtungen
  • In der Erhaltungsphase wenden die Patienten die erlernten Massnahmen und das richtige Verhalten an. Je nach Verlauf werden weitere Intensivphasen innert eines Jahres nötig

Weitere Informationen

UniversitätsSpital Zürich, Physiotherapie Ergotherapie
Tel. +41 44 255 26 87


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